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Das "fam futur" - ein Blick hinter die Kulissen

22.03.18 Ein Blick, der sich für die LandFrauen aus Burgstetten gelohnt hat. „fam“ steht für Familien, „futur“ für die Zukunft. Wissend, dass es hinter den Kulissen viel mehr geben muss als das für uns bekannte Soziale Warenhaus „SoWas“ mit der Backnanger Tafel. Dort waren die meisten von uns schon mal, gibt es doch in fast allen unserer gut aufgestellten Haushalte etwas zum Abgeben. Doch was verbirgt sich im Rest des Gebäudes?

Doch was verbirgt sich im Rest des Gebäudes?  Dies wollten wir erkunden.
Mit den Worten „Ins Leben begleiten, im Leben begleiten, gemeinsam in eine gute Zukunft“ bunt in großen Buchstaben im Eingangsfoyer geschrieben, wurden wir begrüßt.

Damit war schon sehr viel angedeutet – oder vielleicht doch nicht?  Spürbar war auf jeden Fall, hier soll auch bei tristem und kaltem Winterwetter die Sonne scheinen, hier soll man sich wohlfühlen, lachen dürfen und verweilen können.

Erwartet hat uns Heinz Franke, Vorstandsvorsitzender der Vereins Kinder- und Jugendhilfe Backnang e. V.. Er verstand es, uns auf unserem Rundgang durch Haus, mit dem Zeigen der verschiedensten Räumlichkeiten, mitzunehmen in die Welt der Menschen, die nicht im Wohlstand eingebettet sind und die Hilfe und Begleitung unterschiedlichster Art nötig haben.
So erfuhren wir, dass das „SoWas“  mit der Backnanger Tafel für viele Menschen, die von einem kleinen Einkommen leben müssen, eine wichtige Hilfe ist, um Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs günstig zu erwerben.  Im „Sowas“ können alle einkaufen die den Weg dorthin finden. Jedoch, muss die Notwendigkeit vorliegen, bei der Tafel Lebensmittel zu erwerben. 4000 solcher Ausweise wurden bereits ausgegeben, alleine 200 in diesem Jahr. Da das „SoWas“ täglich geöffnet hat merkt man kaum, dass manchmal bis zu 300 Besucher am Tag einkaufen.

Obwohl alle Dinge, die dort verkauft werden, Spenden sind und auch viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, können von den Einnahmen die Ausgaben nicht gedeckt werden. Die Arbeit vor Ort ist zeit- und personalintensiv. Dazu kommt, dass 2 kleine Kühltransporter, jeder 30 000 € wert, den ganzen Tag mit einem Team unterwegs sind, um die gespendeten Lebensmittel von den Händlern abzuholen, die sortiert, präsentiert und dann schnellstens verkauft werden. Ohne größere Spenden wäre dies nicht zu schaffen. Ein wichtiger Aspekt des „Sowas“ ist, denen zu helfen die finanzielle Sorgen haben, ein anderer ist, darauf aufmerksam zu machen, dass eine um sich greifende Wohlstands-Wegwerfmentalität kein guter Weg für unsere Gesellschaft ist. Umverteilen, geben und nehmen können, kann hier gelernt werden.

 

Weiter führte uns der Weg in die Kindertagesstätte “kunterbunt“. Buntes, helles und viele Kinderaugen trafen wir an. Verschiedenste Formen der Kinderbetreuung werden hier angeboten. Die Kapazität ist auf  70 Kinder ausgelegt. Und um auch Betreuungszeiten nach 18:00 anbieten zu können besteht eine enge Kooperation mit Tageseltern. Dies  ermöglicht vor allem Alleinerziehenden  eine Arbeit abseits des normalen 8 -Stundentag zu übernehmen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten, Heilerziehern und Lehrern kann wenn nötig, schnell und unkompliziert Hilfe angeboten und in Anspruch genommen werden. Auch ein TagesElternHaus und etliche Tageseltern gehören zu „fam futur“. Eine Ausbildung dieser Fachkräfte wird vor Ort angeboten.  Mit diesem gebündelten Angebot wird versucht, möglichst schnell den verschiedensten Bedürfnissen gerecht zu werden.

Bewunderung der besonderen Art erfuhr der „Snoezelenraum“, ein Raum, schwer zu beschreiben. Mit Liege- und Sitzmöglichkeiten, weichen und harten, mit Licht- und Wasserspielen, mal farbig, mal weiß. Mit bürstigen Oberflächen an einem Wand Teil, zur Wahrnehmung von kratzig bis sanft. Ein Raum zum Entspannen, zum sensitiven Wahrnehmen, ein Raum zum „Runterkommen“. Dieser findet therapeutische Verwendung z.B. bei hyperaktiven Kindern, darf aber auch zur Entspannung der hier angestellten Mitarbeiter genutzt werden.

Weiter führte uns der Weg zu den Tagesgruppen, den „Inseln“. Hier finden sich nachmittags Jugendliche ein, die zuerst gemeinsam Mittagessen und dann am jeweils eigenen Schreibtisch ihre Hausaufgaben machen und anschließend miteinander oder einzeln im Tun und Spiel ihre Fähigkeiten und Stärken herausfinden dürfen. Dies geschieht unter Einbeziehung der Eltern in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Es gibt auch einen Tob- und Sportraum, einen Werk- und Bastelraum und Freiraum für Geselligkeit.

 

Doch nicht nur das ist im „fam futur“ untergebracht. So z. B. auch die soziale Gruppenarbeit, meist eine kleine Gruppe von ca. 5 Kindern, 2x wöchentlich,  findet hier oder in den Schulen statt. Dann gibt es die ambulante Erziehungshilfe, hier findet der Einsatz vor Ort, also in den Familien statt.

Immer das Wohl des Kindes im Auge, doch wissend, dass dies nur gelingt, wenn die Eltern mit einbezogen werden. Auch werdende Mütter finden im „fam futur“ Hilfe und Betreuung, während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

 

Doch mit dem Rundgang durchs Haus haben wir noch lange nicht alles von „fam futur“ erfahren. So wusste Heinz Franke beim anschließend gemütlichen Kaffeetrinken im „caDU“ dem zughörigen Kaffeebistro, noch etliches zu berichten. So von der vielfältigen Arbeit draußen. Dazu gehört u.a. die mobile Jugendarbeit und die Migrantenarbeit. Von bedarfsgerechter und an den Bedürfnissen des Kindes orientierte Betreuung die hier im Haus und außerhalb stattfindet. Und damit sind alle Kinder gemeint die bedürftig sind und Hilfe benötigen.

Von den Anfängen mit dem  „Sowas“ und der Tafel die sich jahrelang in der Eduard Breunigerstr. Befand erzählte Heinz Franke. Es war eines der ersten in Baden-Württemberg. Heinz Franke und Pfarrer Friz aus Stuttgart hatten 1995 zeitgleich die Idee und ließen sich von den Berliner Vorreitern inspirieren. Vorreiter ist nun wiederum das „fam futur“ in Baden Württemberg. Kein anderer privater Träger bietet ein so umfassendes Angebot. Viel Herzblut, Mut, Optimismus und Gespür und immer ganz nah am Leben derer, die Begleitung brauchen, waren 2014 notwendig, damit so ein Projekt mit einem Invest von 6,2 Milionen €, entstehen konnte. Nicht die Stadt, der Kreis oder das Land sollte der Träger sein, der Verein wollte das Projekt selbst stemmen, was mit Hilfe verschiedener Geldgeber auch gelang. Netzwerkarbeit machte sich bezahlt.

„Ins Leben begleiten, im Leben begleiten, gemeinsam in eine gute Zukunft“ diese Worte haben nach diesem Nachmittag bei uns LandFrauen eine weitere Wertschätzung erhalten. Ein herzliches Dankeschön gilt Heinz Franke, der uns umfassend und vielfältig informiert hat. Seine langjährige Zugehörigkeit zum Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang e. V . war nicht zu verleugnen.

 

Mit der Übergabe einer Spende wollen wir seine Arbeit ein klein wenig unterstützen, verbunden mit dem Wunsch, das er diese noch lange und mit Freude machen kann.

 

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